Parkwächter gesucht

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    Parkwächter gesucht

    Hallo liebe Foris!

    Übermorgen ist es soweit, ich bekomme mein erstes neues Auto in meinem Leben, bin bis heute 27 Jahre lang nur Schrottkarren gefahren, wo eine evtl. Fahrerflucht ziemlich egal war.

    Da ich nun aber Bammel habe, daß ein schlechter Mensch mir mein Auto beschädigt, sich aus dem Staub macht und ich auf den (SB-)Kosten sitzen bleibe, möchte ich hauptsächlich für das Parken eine Überwachungskamera.

    Da ich im Krankenhaus Schichten arbeite und mein Auto solange bis zu 11 Stunden auf dem dortigen Parkplatz steht (saublöd enge Parkbuchten), suche ich eine Kamera, die hierfür geeignet ist.

    Was könnt ihr mir denn empfehlen?

    Danke schonmal im Voraus *daaaanke*
    Verena

    Hallo @Verena A,

    Die Parkraumüberwachung ist kein triviales Thema und nicht jede Dashcam ist dafür geeignet. Hier ist etwas gedankliche Einarbeitung beim Nutzer gefragt, sodass die bestmögliche Dashcam für diesen Einsatzzweck gefunden werden kann. An dieser Stelle gehen wir kurz auf die gedankliche Vorbereitung "vor" der konkreten Auswahl oder Erwerb einer Dashcam ein.

    Folgende Fragen sollte sich der Nutzer einer Dashcam für die Parkraumüberwachung stellen:
    • Soll nach Vorne oder nach Vorne+Hinten gefilmt werden?
    • Wie erfolgt die Stromversorgung?
    • Wie soll die Aufnahme bei einem Ereignis erfolgen?
    • Welcher Zeitraum soll überbrückt werden?
    • Unter welchen Licht und Wetterbedingungen erfolgt die Parkraumüberwachung?
    • Unter welchen Wetterbedingungen erfolgt die Parkraumüberwachung?

    Soll nach Vorne oder nach Vorne+Hinten gefilmt werden?

    In vielen Fällen ist bei der Parkraumüberwachung der Einsatz einer Dual-Kamera oder zweier einzelner Kameras sinnvoll. Beim Parken auf einem großen Parkplatz oder an der Seite einer Straße kann sowohl vorne, als auch hinten am Fahrzeug ein Unfall oder Vandalismus passieren.
    Steht das Fahrzeug in einer Tiefgarage mit der Vorderseite Richtung Ausgang der Parkbucht, ist in den meisten Fällen eine Kamera mit Sicht nach Vorne ausreichend.

    Hinweis: Die Frage, ob eher eine Dual-Dashcam oder zwei einzelne Dashcams für die Überwachung an der Front und am Heck sinnvoll bzw. "besser" ist, kann gern in einem anderen Beitrag beantwortet werden. Die Antwort ist komplex und würde den Rahmen dieses Beitrag sprengen.

    Wie erfolgt die Stromversorgung?

    Es bestehen zwei Möglichkeiten eine Dashcam mit Strom zu versorgen: via Zigarettenanzünder oder via direktem Anschluss an die Bordelektronik mittels Bordnetzteil.
    Erfolgt der Anschluss über den Zigarettenanzünder, sollte dieser auch bei abgeschalteter Zündung Strom liefern (Dauerplus).
    Soll ein fester Einbau und Anschluss an der Bordelektronik erfolgen, so geschieht dies in der Regel über ein Bordnetzteil. Empfehlenswert sind Bordnetzteile mit Batteriewächter, sodass der Betrieb der Kamera bei niedriger Bordspannung automatisch eingestellt wird.
    Bei länger anhaltender Parkraumüberwachung ist die Nutzung einer/zweier Dashcams mit geringer Leistungsaufnahme empfehlenswert. Die Leistungsaufnahme aktueller Dashcam liegt (je nach Modell) bei ca. 1,8 bis 5 Watt.

    Wie soll die Aufnahme bei einem Ereignis erfolgen?

    Grundsätzlich bieten die meisten Dashcams zwei Aufnahmemodi an: Daueraufnahme oder Aufnahme nach Erkennung einer Bewegung.
    Gleich vorweg: Uns ist keine Dashcam bekannt, die "zuverlässig" eine Bewegung erkennt und die Aufnahme startet.

    Die Bewegung wird in der Regel über den Videosensor ermittelt. Entgegen den Werbeaussagen vieler Hersteller und Händler kann eine Bewegungserkennung mittels G-Sensor während des Parkens nicht sinnvoll erfolgen. Selbst ein starker Tritt seitlich gegen das Fahrzeug oder das Rammen mit einem Einkaufswagen löst den G-Sensor nicht aus. Das Fahrzeug ist zu schwer und zu träge, als das dieses bei solchen Situationen derart wackelt, dass der G-Sensor auslöst.

    Die Funktionalität und Zuverlässigkeit der Bewegungserkennung mittels Videosensor ist vor allem von den Faktoren Licht und Intensität der Bewegung abhängig. Folgende Situation umreißt die Grenzen der Bewegungserkennung: Eine dunkel gekleidete Person läuft bei Dämmerung/Dunkelheit vor einem dunklen Hintergrund im Sichtbereich der Kamera. Die Kamera wird hier nicht auslösen, da die Intensität der Bewegung der dunklen Flächen in Relation zueinander zu gering ist. Ein Dashcam verfügt nicht über eine Objekterkennung oder gar Gesichtserkennung. Die Bewegung wird rein über die Differenz von Flächen/Pixeln zwischen den Einzelbildern ermittelt. Dabei muss der Nutzer einen Schwellwert festlegen. Natürlich kann in vielen Fällen die Bewegungserkennung mit maximaler Sensitivität erfolgen, jedoch starten dann auch nicht relevante Bewegungen eine Videoaufnahme - z.B. wehende Blätter an einem Baum oder Strauch. Im Zweifel stoppt die Kamera bei zu hoch eingestellter Sensitivität die Aufnahme nicht, obwohl gar keine für den Nutzer relevanten Aktionen erfolgen. Wird die Empfindlichkeit reduziert, erfolgt im Zweifel keine Aufnahme, wenn dies tatsächlich jedoch erfolgen sollte.

    Und was passiert, wenn der Unfall oder Vandalismus seitlich bzw. Außerhalb des Sichtbereichs der Kameras erfolgt? Bei einer aktiven Bewegungserkennung würde im günstigsten Fall ein Fahrzeug oder Person vor oder nach der Tat erfasst und gefilmt. Jedoch wie kann der Nutzer herausfinden, "wann" die Beule oder der Kratzer dem Fahrzeug zugefügt wurde? Erst mit einer passenden Uhrzeit könnte dann ein Fahrzeug oder Täter identifiziert werden.

    Die Lösung ist eine permanente Aufnahme. Hier ergibt sich die Problematik der Zuverlässigkeit der Bewegungserkennung nicht. Ein Unfall oder Vandalismus, welcher nicht direkt im Sichtbereich der Kamera erfolgt, kann dennoch mittels Mikrofonaufnahme dokumentiert werden. Eine Identifizierung des Täters ist leichter möglich, da der Zeitpunkt fest steht und in der Regel jene Fahrzeuge und Personen vor und nach dem Zeitpunkt des Vorfalls im Sichtfeld der Kamera zu sehen sind.

    Welcher Zeitraum soll überbrückt werden?


    Für eine permanente Aufzeichnung die Dashcam ist der Einsatz großer Speicherkarten empfehlenswert - je nach Qualitätsanspruch bei der Videoaufzeichnung 64GB oder 128GB bei 10-12 Stunden Parkraumüberwachung. So mache als "aktuell" beworbene Dashcam unterstützt nur 32GB Speicher.

    Soll nur eine Aufzeichnung durch Auslösung mittels Bewegungserkennung erfolgen, kann auch eine kleiner Speicherkarte genügen. Aber Achtung: ist die Empfindlichkeit zu hoch eingestellt, erfolgt auch hier die Aufnahme permanent und die kleiner Speicherkarte reicht nicht aus.

    Als grobe Hilfe zur Einschätzung der benötigten Größe der Speicherkarte können folgende gerundete Werte für den Speicherplatzbedarf eines Videos herangezogen werden. Die Videodatenrate ist den technischen Daten der Dashcam zu entnehmen.
    15 MBit/Sek. = ca. 110 MByte/Minute = ca. 6600 MByte/Stunde
    20 MBit/Sek. = ca. 150 MByte/Minute = ca. 9000 MByte/Stunde
    24 MBit/Sek. = ca. 180MByte/Minute = ca. 11000 MByte/Stunde

    Unter welchen Licht-Bedingungen erfolgt die Parkraumüberwachung?


    Alle Dashcam haben Einschränkungen, was deren Nutzbarkeit bei schlechten Licht-Verhältnissen/Dunkelheit betrifft.

    Bei Videoaufnahmen gilt generell: Mehr Licht ist immer besser. So muss der Nutzer einer Dashcam damit rechnen, dass bei wenig Licht nur wenig oder gar nicht brauchbare Aufnahmen entstehen. Die breite Auswahl der Dashcam meistert Videoaufnahme bei Dunkelheit oder Nacht unterschiedlich gut. Nur wenige Geräte liefern tatsächlich eine "gute" Videoqualität auch bei Dunkelheit. Auf Werbe-Superlative sollte ein Dashcam-Nutzer bei der Auswahl seiner Dashcam nicht hören. Sinnvoller ist das betrachten "unbearbeiteter" Aufnahmen bei YouTube & Co.

    Wie stark sich die Videoqualität bei Nach unterscheiden kann zeigt auch folgender kurzer Test. Den vollständigen Testbericht gibt's hier:
    >> de.dashcam-wiki.info/viofo-a119s-video-nacht/



    Unter welchen Wetterbedingungen erfolgt die Parkraumüberwachung?

    Dashcams unterliegen - wie alle elektronischen Geräte - einer Betriebstemperatur. Grob können folgende Betriebstemperaturen angesetzt werden:
    • Dashcams mit Akku: ca. 0°C bis +50°C
    • Dashcam mit Hochkapazitätskondensatoren: ca. -10°C bis 65°C
    Nicht jede Angabe der Hersteller und Händler entsprechen der Wahrheit. So werden auch häufig Dashcam mit Akku mit Betriebstemperaturen von wahnwitzigen -10°C bis + 80°C beworben, obwohl dies technisch nicht machbar ist. Aktuelle Lithium-Polymer-Akkus vertragen nicht weniger als 0°C und nicht mehr als 50°C. Bei einer Inbetriebnahme über 50°C bis max. 60°C altern Akkus überproportional stark. Ab 60°C wird der Akku nahezu unmittelbar beschädigt. Dies gilt auch bei Einsatz unter 0°C.

    Hinweis: Die Betriebstemperatur ist nicht mit der Umgebungstemperatur zu verwechseln. Die Betriebstemperatur gibt die Temperatur im Gerät an und ist aufgrund der Verlustwärme immer deutlich höher als die Umgebungstemperatur. Geräte mit geringerer Leistungsaufnahme haben in der Regel eine geringere Verlustwärme.

    Dies muss auch zwingend bei der Parkraumüberwachung beachtet werden: Wird das Fahrzeug an warmen Sommertagen in direkter Sonneneinstrahlung geparkt, so wird selbst bei besseren Dashcams die zulässige Betriebstemperatur von max 65°C bis 70°C schnell überschritten.

    Wird das Fahrzeug an einem warmen Sommertag in der Sonne geparkt, ist in jedem Fall das Abnehmen (oder mindestens das Ausschalten) der Dashcam empfehlenswert.


    Hinweis: Ein Empfehlung für ein konkrete Dashcam bleiben wir an dieser Stelle bewusst schuldig. Wir agieren zwar als Dashcam-Fachhändler, jedoch möchten wir dieses tolle Forum überwiegend für die neutrale Berichterstattung und Wissensvermittlung nutzen. Eine unterschwellige Weisung in eine bestimmte Richtung können wir jedoch häufig im Sinne einer bestmöglichen Auseinandersetzung mit dem Thema oder der Frage nicht vermeiden.


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    • Auch kostenfreie Leistungen & Services, wie u.a. Firmware-Update-Service oder kostenfreie Prüfung und optimale Vorkonfiguration der Dashcam vor dem Versand, wären aufgrund der pro Verkauf anfallenden Amazon-Gebühren nicht machbar

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Autokamera-24 (Technik)“ ()

    Lieben Dank für die ausführliche Antwort. Durch wochenlanges Googeln habe ich dies alles aber auch schon für mich herausgefunden und war jetzt nichts Neues für mich, aber trotzdem danke.

    Ich wollte lediglich konkrete Geräte vorgeschlagen haben. Wenn alle Geräte bzgl. Parküberwachung nur mangelhaft was taugen, ist eine mangelhafte Überwachung immer noch besser als gar nix - meine Erkenntnis ^^

    Mich wundert es echt, daß auf diesem Markt die Autohersteller nicht aktiv werden und sowas gleich in neue Autos entwickeln - es wird doch so viel entwickelt wie Navis, Rückfahrkameras und was es sonst noch alles so gibt. Die landen doch auf dem Mond und haben eine Raumstation gebaut, so eine fest eingebaute Überwachungskamera im Auto muß doch leicht möglich sein... :huh:
    Vielleich kommt das ja zukünftig noch, ich hoffe es!

    LG Verena

    Zu Deinem letzten Absatz fällt mir spontan das Stichwort Datenschutz ein, da Autos dann auch im öffentlichen Raum aufzeichnen.

    Ein Auto parkt vor Deiner Haustüre und filmt permanent Dein Haus/Haustüre/Garten whatever...
    Grüße hoko
    Es ist fast wie im richtigen Leben... darum heißt das hier auch Erde und nicht Paradies!

    Verena A schrieb:

    Ich wollte lediglich konkrete Geräte vorgeschlagen haben.


    Also ich kann konkret die Viofo A119S sehr empfehlen. Allerdings mit einer Einschränkung: Unbedingt aktuelle und geprüfte/selektierte Ware und am besten beim deutschen Händler kaufen.
    Ich habe mittlerweile 3 Stück. Die ersten beiden über Amazon bei USA-Händler gekauft. Die letzte Ende 2018 beim deutschen Händler. Die selektierte A119S vom deutschen Händler ist absolut Bestens. Die beiden davor jedoch nicht. Bei einer der A119S vom USA-Händler ist schon nach kurzer Zeit ein Defekt aufgetreten und nun gibts Probleme mit dem Austausch. Komplett kannst Du meine bisherigen Erfahrungen hier im Forum nachlesen.
    Viofo A119S selber justieren?
    Danke sehr für deine Antworten :thumbup:

    Ich habe mir jetzt - bevor ich deine Antworten las - die NavGear MDV-1915.dual und eine Spycam von Somikon bei pearl.de gekauft.

    Seit gestern habe ich sie im Auto, zunächst war ich ganz erfreut, daß beide Kameras bei geringster Bewegung vor der Linse sofort anfangen zu filmen - zu Hause, wohlgemerkt.

    Heute hatte ich Spätdienst und beide Kameras scharf gemacht als Parkwächter. Und nix ist drauf! Beide Kameras haben 8 Stunden lang absolut nichts gefilmt und das kann auf einem Parkplatz nicht sein, die Autos kurven da ja nonstop im Kreis und suchen eine Lücke. Ich bin so enttäuscht...
    ;(

    Kann nur noch sein, daß ich die Einstellung falsch gemacht habe, aber beide Kameras gleichzeitig? Auch unwahrscheinlich. Obendrein, weil man bei der Spycam nur auf einen Knopf drücken muß, damit man die Bewegungserkennung aktiviert.

    Die größte Enttäuschung kam jetzt bei der Heimfaht in der Nacht mit der Dashcam, denn man erkennt nix. Die Autos fahren mir direkt entgegen und man erkennt keine Nummernschilder, alles weiß überstrahlt. Auch die Nummernschilder, denen ich hinterher fahre.

    Ist so furchtbar deprimierend... beide Kameras kann ich gerade zurückschicken und hab wieder nix...
    Das Du Nachts (aber auch schon wenn es dämmert) wirst Du keine Nummernschilder von entgegenkommenden Fahrzeugen mehr erkennen.
    Bei keiner Dashcam.
    Bei Fahrzeugen die Dir vorraus fahren klappt dies meist nur bei indirekten beleuchten des Kennzeichens, sollte also deine Scheinwerfer direkt auf das Kennzeichen wird diese bei vielen überblendet.
    Hängt auch von der Belichtungszeit ab und einigen anderem.

    Also ist es nicht schlimm das Du Nachts keine Nummernschilder mehr erkennst, das klappt bei allen nicht.